• Das Bauhaus –
    Gestaltung für ein modernes Leben, 1993

    – erste Ausstellung im neuen Kunstmuseum Ahlen
    5. Dezember 1993 – 6. Februar 1994

Ausstellungs-Archiv 2021 – 2025

2022

Neue Wahrheit? Kleine Wunder!Hermann Carl Eduard Biewend, Ich und mein Luischen, Hamburg, 1851, kolorierte Daguerreotypie
Die frühen Jahre der Fotografie
6. Februar – 29. Mai 2022

Die ersten fotografischen Bilder, 1839 von Louis Mandé Daguerre in Paris vorgestellt, lösten bei den Zeitgenossen Begeisterungsstürme aus: Die kleinen Aufnahmen auf versilberten Kupfe

rplatten zeigten in der detailgenauen Wiedergabe der Natur eine neue Wahrheit und erschienen dem verblüfften Publikum wie kleine Wunder.
Mit über 200 Exponaten aus einer bislang noch nie gezeigten umfangreichen privaten Sammlung aus Westfalen erzählt die Ausstellung die Kulturgeschichte der frühen Fotografie und berichtet von der großen Faszination und dem weltweiten Siegeszug des neuen Bildmediums.
Seltene originale Geräte und historische Dokumente aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert führen vor Augen, wie es zur Geburtsstunde des Lichtbilds kam: von der Camera obscura, der Entdeckung der lichtempfindlichen Silbersalze, über die „Daguerreotypie“ und die ersten Bilder auf Papier bis zur weit verbreiteten Mode der Porträtaufnahmen, die durch eine rasante technische Weiterentwicklung möglich wurden.
Die Ausstellung zeigt, wie die ersten Porträt-Fotografien als Ausdruck besonderer Wertschätzung in edlen Leder- und Samtetuis aufbewahrt oder in prächtigen Rahmen präsentiert wurden, wie fremde Länder und ferne Kulturen ebenso in den Fokus der Fotografen gerieten wie die immer sichtbarer werdende Armut auf den Straßen der Metropolen.

Schirmherrin der Ausstellung: Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Französischen Republik in Deutschland.

On Display
Der Körper der Fotografie
6. Februar – 29. Mai 2022

Vor fast genau 15 Jahren, am 9. Januar 2007, stellte Steve Jobs das iPhone vor: Ein Gerät, dass die alltägliche Kommunikation tiefgreifend revolutionierte und nicht zuletzt den Umgang mit fotografischen Bildern grundlegend veränderte. Mit Fotografien teilen sich Menschen seitdem in hoher Taktung mit, wo sie gerade sind, wie sie sich fühlen, wonach sie sich sehnen. Allerdings sind Fotografien mehr als nur visuelle Informationsträger. Um in Erscheinung treten zu können, benötigen sie einen Körper – ein Medium. Im Smartphone treten sie uns auf rückseitig beleuchteten Glasscheiben entgegen. Aber dies ist nur eine der zahlreichen Rahmungen fotografischer Bildlichkeit.
Ausgehend von der planen Oberfläche einer Fotografie zeigt die Ausstellung On Display – Der Körper der Fotografie mit aktuellen fotografischen Arbeiten von Studierenden der Folkwang Universität der Künste in Essen neue visuelle und haptische, nicht zuletzt aber auch virtuelle Wege zum fotografischen Bild. Als Objekte oder fluide Gebilde im Raum sowie durch die Wahl hybrider Werkformen rühren sie an etablierten fotografischen Präsentationsformen.

Mit Beiträgen von:

Eleonora Arnold | Kara Bukowski | Linda Hafeneger | Helen Hickl | Hendrik Hinkelmann | Anjali Janssens | Marie Laforge | Katharina Ley | Wiebke Meischner | Majid Moussavi | David Müller | Asli Özcelik | Simon Ringelhan | Damian Rosellen | Samuel Solazzo | Anna Traskaliková | Julian Weigandt | Larissa Zauser

Gruppenfoto - Studierende der Folkwang Univerität und Hans Gummersbach

RESET

Krise // Chance

03. Oktober 2021 – 16. Januar 2022

Künstler*innen sind Spezialist*innen für Ungewissheiten, für Experimente, für Grenzgänge. Das Kunstmuseum Ahlen lädt dazu ein, Blicke auf das Morgen zu wagen und unser (globales) Leben neu zu sortieren. Zu sehen sind Videos, Fotografien, Installationen, Skulpturen und Zeichnungen von 19 internationalen Künstler*innen aus Deutschland, Belgien, Spanien, Israel, Türkei und den USA.

Unsere Gesellschaft, die in den zurückliegenden Jahren durch ein Maximum an Funktionalität und Effizienz charakterisiert war, lebt gleichzeitig schon lange im chronischen Krisenmodus. Die Corona-Pandemie hat dies lediglich verschärft und deutlicher erkennbar gemacht: Mobilität und Produktivität kamen fast zum Stillstand. Globale Austauschprozesse funktionierten nicht mehr, Beschäftigungsformen erwiesen sich als brüchig, Lebensformen als verletzlich. Aus dem „everything goes“ wurde ein „nichts geht mehr“. Grenzen des Wachstums zeichneten sich deutlich wahrnehmbar ab. Umso drängender stellt sich die Frage: Wie wollen wir leben? Wie können wir nachfolgenden Generationen gerecht werden? Welche grundlegenden Veränderungen sind dafür notwendig? Liegt in der Krise vielleicht eine Chance? Wir brauchen, so scheint es, einen Neuanfang, ein „Reset“!


Beteiligte Künstler*innen:

Anna Anders | Christoph Brech | Jutta Burkhardt | Homa Emami | Klaus Fritze | Andreas Gefeller | Lena von Goedeke | Lea Grebe | Andreas Horlitz | Miriam Jonas | Alexandra Knie | Andreas Kopp | Hans Op de Beeck | Yaşam Şaşmazer | Timm Ulrichs | Bill Viola | Barbara Wrede | Thomas Wrede | Noa Yekutieli

2021

Beat Zoderer

Faltungen und andere Ereignisse

vom 20. Juni 2021 – 12. September 2021

Beat Zoderer | Atelier | Foto © Andreas Zimmermann, Basel

Beat Zoderer | Atelier | Foto © Andreas Zimmermann, Basel

Das Kunstmuseum Ahlen präsentierte im Kontext von Hellweg-Konkret II eine Werkschau des Schweizer Künstlers Beat Zoderer. Beat Zoderer (*1955) ist ein herausragender Vertreter der neo-konstruktiven Kunst, der die Ansätze der sogenannten „Konkreten“ immer wieder neu denkt. Das interessante Thema der Faltung, das in der Geschichte der Konkreten Kunst eine zentrale Rolle spielt, begleitet sein Schaffen auf besondere Weise. Ausgehend von einem strengen geometrischen Formenvokabular führt die Faltung zu offensichtlich weniger regelkonformen Gestaltungen und erlaubt den mühelosen Ausbruch aus der Fläche in den Raum. Unter dem Gesichtspunkt der Faltung wird das gesamte Spektrum des Zoderschen Schaffens vor Augen geführt. Beat Zoderer ist ein Künstler, der den Regeln der konstruktiv-konkreten Kunst insofern spielerisch folgt als er ihre strengen Prinzipien und ihr gewohntes Erscheinungsbild humorvoll unterläuft. Sowohl der Einsatz banalster Alltagsmaterialien, wie z.B.Klebeetiketten, Gummibänder, Holzreste oder Schaumstoff als auch die Potenzierung einfacher Gestaltungsabläufe, aus denen gefaltete und geknickte Bilder bzw. „verdrehte“ Skulpturen entstehen, führt zu einer neuen, ungewöhnlichen Dimension Konkreter Kunst. Beat Zoderer schafft im großen Eingangsraum des Museums eine aktuelle, eigens für die Ausstellung gefertigte Installation.

Beat Zoderer | Echos out of a shoe box | 2006 |

Beat Zoderer | Echos out of a shoe box | 2006 |

Christian Rohlfs

Augenmensch!

vom 29. November 2020 – 30. Mai 2021

Christian Rohlfs, 1929

Christian Rohlfs, 1929, Foto: Hugo Erfurth

Christian Rohlfs (1849–1938) verstand sich als experimentierfreudiger Praktiker und blieb Zeit seines Lebens interessiert an den Erscheinungen der Natur – ein Augenmensch! Sein Werk und sein Leben in Weimar und Hagen verbinden zwei Jahrhunderte, die von Tradition und Aufbruch geprägt waren. Wie kaum ein anderer Künstler reagierte er auf aktuelle Kunstströmungen und entwickelte seine Malerei bis ins hohe Alter stetig weiter. Dabei blieb er eigenwillig und unverwechselbar in seiner Bildsprache, die im Spätwerk nochmals an Kraft und Originalität gewann. Als Vertreter der Weimarer Schule, deutscher Impressionist und expressionistischer Künstler ist Christian Rohlfs ein „Schwergewicht“ der deutschen Moderne.

Das Kunstmuseum Ahlen präsentiert rund 100 Gemälde, Aquarelle, Druckgrafiken und Zeichnungen des Künstlers vom ausgehenden 19. Jahrhundert beginnend bis in die 1930er Jahre hinein. Neben Werken aus der eigenen Sammlung kommen die hochkarätigen Leihgaben überwiegend aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Nordrhein-Westfalen. Die Auswahl konzentriert den Blick auf Landschaften und Naturdarstellungen. Ausdruckswerte wie Verdichtung und Auflösung, Konstruktion und Dynamik, Stofflichkeit und Transparenz zeigen sich hier in einer besonderen Vielfalt und Intensität. Eine spannungsvolle Präsentation, die Frühwerk und Spätwerk, verschiedene Techniken und unterschiedliche Stimmungen gegenüberstellt, ermöglicht intensive Seherfahrungen. Christian Rohlfs erweist sich als Künstler, der die Natur in einem großen Spektrum unterschiedlicher Wirkungen erleben lässt. Meisterhaft balanciert er zwischen Realitätsbezug und ästhetischer Autonomie und berührt mit seiner Kunst einen tieferen Sinn in den Dingen.

Eine kleine Kabinettausstellung mit elf ausgewählten Bildern ergänzt die Ausstellung Christian Rohlfs. Augenmensch! mit einem Blick auf seine Zeitgenossen.

Zur Ausstellung ist ein kleines Begleitbuch mit Texten von Dagmar Schmidt, Kinga Luchs und Martina Padberg erschienen.

Christian Rohlfs, Weiden im Frühling, 1893, Öl auf Leinwand, 40 x 60 cm

Christian Rohlfs | Weiden im Frühling 1893 | Öl auf Leinwand | 40 x 60 cm | Kunstmuseum Ahlen | Dauerleihgabe der Theodor F. Leifeld-Stiftung

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